Bauchronik der Kirche St. Fabian und St. Sebastian in Schwesing 
(Quelle: ChatGBT)

Kurzprofil
Die Schwesinger Kirche heißt heute St. Fabian und St. Sebastian—beim Kirchenkreis Nordfriesland wird sie als St. Sebastian + St. Fabian –Schwesing geführt. Sie gehört zur Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schwesing im Kirchenkreis Nordfriesland und liegt am Kirchenweg 3, 25813 Schwesing.
Baugeschichtlich handelt es sich um eine romanische Feldsteinkirche, die um 1200 errichtet wurde. Sie steht als Kulturdenkmal unter Schutz. Auffällig ist ihre Lage: Sie wurde auf einer künstlichen Aufschüttung in moorigem Gelände gebaut.

Bau-oder Ausstattungsgeschichte Einordnung

um 1200
Bau der romanischen Feldsteinkirche auf einer künstlichen Aufschüttung in moorigem Gebiet.
Das ist der mittelalterliche Kern der Kirche. Die Bauform entspricht einer frühen Dorfkirche mit Langhaus und eingezogenem Chor.

um 1200
Der romanische Taufstein aus Granitstammt wohl aus der Entstehungszeit der Kirche.
Damit ist der Taufstein vermutlich das älteste erhaltene Ausstattungsstück.

13./14. Jahrhundert, vermutlich
Der massive Westturm wurde später als Langhaus und Chor errichtet.
Die Quelle nennt den Feldsteinturm 100 bis 200 Jahre jüngerals den Rest der Kirche. Damit dürfte er grob ins 13. oder 14. Jahrhundert gehören.

Mitte 15. Jahrhundert
Die Kirche wurde von einer zunächst turmlosen, von Mildstedt betreuten Kapelle zur Pfarrkirche eines großen Kirchspiels.
Zum Kirchspiel gehörten unter anderem Schwesing, Wester-und Oster-Ohrstedt, Immenstedt, Ahrenviöl und Hochviöl

1451
Weihe des Hauptaltars durch den Schleswiger Bischof Nikolaus Wulf. Der Altar wurde den Märtyrern Fabian und Sebastiangeweiht; Reliquien wurden in den Altartisch eingelegt.
Der heutige Kirchenname geht auf diese Weiheurkunde zurück, die 1811 im Altartisch gefunden wurde.

15. Jahrhundert / nach 1451
Der Flügelaltar beziehungsweise das Altarretabel entstand vermutlich nur wenig später als der 1451 geweihte Altartisch.
Der Altar stellt Szenen aus dem Marienleben und eine geschnitzte Kreuzigungsdarstellung in den Mittelpunkt.

16. Jahrhundert
Entstehung der schlichten vierseitigen Frührenaissance-Kanzel mit Faltwerk.
Die Kanzel gehört zu den wichtigen älteren Ausstattungsstücken der Kirche.

1616
Nach einem Blitzeinschlag wurde der obere Teil des Turmes aus Backstein ergänzt und mit einem achtseitigen Zeltdach gedeckt.
Das ist einer der wichtigsten datierten Eingriffe am Baukörper.

1623
Das Triumphkreuz an der Nordwand des Langschiffs ist durch eine Aufschrift auf 1623 datiert.
Es gehört zur nachmittelalterlichen Ausstattung des Kirchenraums.

1641
Der mittelalterliche Altar wurde im Barockstil umgestaltet.
Dabei erhielt er einen geschnitzten barocken Rahmen und eine Salvator-mundi-Figur als Bekrönung.

1718 und 1805
Zwei der Glocken stammen aus den Jahren 1718und 1805.
Sie gehören zu den älteren erhaltenen Stücken der Glockenausstattung.

um 1800
Der massive Turm musste durch Maueranker stabilisiert werden.
Das zeigt, dass der schwere Feldsteinturm statisch problematisch geworden war.

1811
Im Stipes des Hauptaltars wurde die Weiheurkunde von 1451 gefunden.
Dadurch wurde die Widmung an St. Fabian und St. Sebastian bekannt und prägend für den heutigen Namen.
1856–1887
Seit 1856 wurde für eine Orgel gesammelt; 1887 konnte die erste Orgel eingebaut werden.
Vor 1887 hatte die Kirche keine Orgel.

1887
Carl Ludwig Jessen malte Brüstungsbilder für die Nordempore.
Von ursprünglich 21 Bildern sind heute sechs Tafeln an der Orgelempore erhalten.

Zweiter Weltkrieg
Die größte der drei Glocken wurde beschlagnahmt, kam aber vom Hamburger Glockenfriedhof unbeschädigt nach Schwesing zurück.
Ein seltener Glücksfall, weil viele beschlagnahmte Glocken eingeschmolzen wurden.

1961/1962
Grundlegende Renovierung mit dem Ziel, den mittelalterlichen Zustand des Raumes und der Ausstattung wieder stärker sichtbar zu machen.
Dabei wurde die Nordempore abgebrochen, die Kanzelfassung wiederhergestellt und die mittelalterliche Predella des Altars wiederentdeckt.

1962
Die Orgel von 1887 wurde durch eine neue zweimanualige Orgel des Orgelbauers Tolle ersetzt.
Diese Orgel wies später bereits in den 1990er Jahren starke Schäden auf.

2000
Einbau einer neuen Orgel von Lothar Banzhafauf der Empore im Turmraum.
Die Orgel besitzt 13 Register auf zwei Manualen und Pedal.

heute
Die Kirche ist weiterhin Gemeindekirche der Kirchengemeinde Schwesing. Zur Kirchengemeinde gehören mehrere Orte, darunter Schwesing, Oster-Ohrstedt, Wester-Ohrstedt, Immenstedt, Ahrenviöl, Ahrenviölfeld und Winnert.
Sie ist zugleich ein geschütztes Kulturdenkmal und ein wichtiges Zeugnis romanischer Feldsteinbaukunst in Nordfriesland.